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In Genua hat sich eine Bewegung zu Wort gemeldet, die sich, wenn den Erklärungen diverser GruppensprecherInnen glauben geschenkt werden soll, als Anti -Globalisierungsbewegung bezeichnet. In dieser Selbstbezeichnung werden bereits alle Mißverständnisse deutlich, die die Politik dieser Bewegung kennzeichnen, und zwar in Bezug auf sich selbst, auf die Gesellschaft und auf die Welt. Der Weltmarkt, multinationale Konzerne und ein internationales Finanzwesen sind keineswegs neue Phänomene, genausowenig ihr beständiges Zuwachsen oder ihre periodisch auftretenden Zusammenbrüche. All diese Akteure und Institutionen treten nicht aus Bösartigkeit oder Geldgier auf den Plan, sie sind immer noch Erscheinungen innerhalb des nach wie vor weltweit gleichen Systems: des Kapitalismus. Dies verlieren die sogenannten Globalisierungsgegner allzu oft aus den Augen, wo sich Armut, Hunger und Klimakatastrohe zu erklären suchen. Und so bleibt das Potpourri der Erklärungsmuster bunt, vielfältig und belanglos. Doch wo die Bewegung sich, wie in Genua, auf der Strasse widerfindet, wo ihre jeweils unterschiedlichen Motivationen im allgemeinen Willen zum Widerstand untergehen, führt kein Weg mehr vorbei am einzig möglichen Akt radikaler Kritik: der Destruktion des Bestehenden. Ob es die Polizei, Banken, Geschäfte oder Autos sind, die angegriffen werden, die Wut, die dahinter steht fordert nur noch das Ende des bestehenden Verhältnisses der Gewalt. Diese Wut hat sich in Italien bei einigen tausenden Individuen widergefunden, teilweise aus radikaler Kritik heraus, teilweise sogar gegen ihren vorher erklärten Willen. Und diese Wut ist weltweit verstanden worden als der Wunsch nach der Negation der weltweit gleichen Verhältnisse. Diese Manifestation radikalen Widerstandes hat spätestens mit Genua einen Namen gefunden: Der Black Block. Der bürgerlichen Öffentlichkeit bedeutet die Bezeichnung das unverständliche Spektakel, dem nichts positives mehr abzugewinnen ist. Den institutionen des Staatsschutzes ist der Black Block Nemesis, der Feind, den es zu vernichten gilt. Denen, die wissen was sie tun wenn sie sich und anderen einen Vorgeschmack auf die angestrebte Revolte verschaffen, steht die Entscheidung bevor, ob sie bereit sind sich unter diesem neuen alten Namen in der Aktion zu versammeln. Und Wir meinen, daß genau das Geschehen sollte.
Einen Black Block herzustellen, einen Ausdruck der nur noch die Abschaffung des Bestehenden fordert, sollte das höchste Ziel einer radikalen Aktion sein. Und wir, gemeint sind alle, die Deutschland den Krieg erklären und Kapitalismus abschaffen wollen, stehen vor der Aufgabe, diesen Ausdruck von den Bühnen der internationalen Mobilisierungen in die Vorgärten der Nationalstaaten zu holen. Zum einen, um das Spektakel Black Block von der widerwärtigen Apologie der Nationalstaaten zu befreien, die Teilen der Anti - Globalisierungsbewegung anhaftet. Zum anderen, um uns selbst eine Bewegung radikaler Kritik zu ermöglichen. Wir verstehen einen Black Block auf allen Ebenen als eine Aufgabe, und uns stellt sie sich auch als Aufgabe zur Organisation, die das Spektakel, in dem er zustande kommt, möglich macht.
In diesem Sinne: Organisiert den Schwarzen Block! Für den Kommunismus!
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